Führerschein im Kopf
Didaktische Perspektive
Verkehr ist eine Möglichkeit realisierter Mobilität. Insofern denken wir Führerschein hier als Mobilitätsführerschein, was neben dem Sicherheitsaspekt des motorisierten Individualverkehrs Verkehrs auch die Auseinandersetzung mit alternativen Mobilitätsmöglichkeiten beinhaltet. Automobiler Verkehr wird den Jugendlichen selbstständig erst mit 18 (17 bei begleitetem Fahren) Lebensjahren möglich.
In den vorangehenden Lebensjahren wird dennoch die Art, wie ich für mich Mobilität begreife und daran anschließend in Mobilitätspraxis umsetze, geprägt. Das Mobilitätsverhalten ist Produkt von Lernprozessen im Zuge der individuellen Sozialisation.
Die Schule ist als pädagogische und soziale Einflussgröße gefordert, diese Entwicklungsprozesse als kritisch-freundliche Instanz zu begleiten und mitzugestalten.
Im Rahmen des Konzeptes einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung darf die schulische Auseinandersetzung mit dem Phänomen auto-mobiler Verkehrsteilnahme nicht abwarten, bis sich die mobilitätsbezogenen Lebensstile der Kinder und Jugendlichen manifestiert haben. Die schulische Entwicklungszeit muss aktiv zur Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlichen Mobilitätsmöglichkeiten genutzt werden.
Die Entwicklung von Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Entwicklung ist dabei das maßgebliche Ziel. Neben der Berücksichtigung von inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit bezogen auf Mobilität, rückt hier die Fähigkeit zur Beurteilung und Gestaltung von Mobilität unter den vier Dimensionen von Nachhaltigkeit (ökonomisch, ökologisch, sozial, kulturell) in den Vordergrund.
Insgesamt zielt der Baustein „Führerschein im Kopf“ auf die Entwicklung einer reflektierten Mobilität. Dazu gehört, Mobilität im Spannungsverhältnis Mensch-Technik zu beurteilen genauso, wie sich mit Sozialverhalten und Regeln und Normen auseinander zu setzen. Auch die Beurteilung volkswirtschaftlicher Kosten von Mobilität sowie der Ressourcenverbrauch verschiedener Mobilitätsarten gehören zu der Fähigkeit einer reflektierten Mobilitätswahl. Eine Hilfe zur Strukturierung des Unterrichts bietet hier das Nachhaltigkeitsviereck von Michelsen / Stoltenberg, welches sowohl zur Analyse problematischer Mobilitätsszenarien als auch zur kreativen Entwicklung von Zukunftsperspektiven genutzt werden kann.
Übersicht der Schwerpunkte:
- Befähigung zum verantwortungsvollen, sicheren und partnerschaftlichen Bewegen im Verkehr mit verschiedenen Mobilitätsmitteln (z.B. Fahrrad, ÖPNV, Auto)
- Fähigkeit zur Aneignung, Bewertung und Mitgestaltung öffentlicher Räume unter Berücksichtigung verschiedener Mobilitätsbedürfnisse
- Befähigung zur individuellen und gesellschaftlichen Mobilitätsgestaltung unter nachhaltigen Gesichtspunkten
Materialien zum Thema
Führerschein im Kopf (209 KB)
Führerschein im Kopf (61 KB)
Leitfaden
Hier finden Sie die entsprechenden Materialien zu den Projekten der Landesverkehrswacht Niedersachsen.
Weiterführende Informationen finden Sie bei der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V..

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