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Führerschein im Kopf
Intentionen/Relevanzbegründung
Klasse 11/BBS

Der Führerschein ermöglicht es den jungen Leuten, unabhängiger von ÖPNV, Mitfahrmöglichkeiten und Fahrrad, Mobilität zu gestalten. Die verschiedenen Mobilitätsarten können nun zwar zumeist eigenverantwortlich gewählt werden, das Fahren mit dem Auto gerät jedoch sehr stark in den Vordergrund des Interesses der Schülerinnen und Schüler.

Dabei ist das Verhältnis zum eigenen Auto meist emotional stark geprägt. Das Auto gibt ein Gefühl von Stärke und Unabhängigkeit. Es repräsentiert Status und Lebensgefühl.

Daneben können in dieser Altersphase andere die Mobilität beeinflussende Faktoren hinzukommen, so z. B. eine durch Ausbildungsvergütung - meist noch eingeschränkte - finanzielle Unabhängigkeit, leichterer Zugang zu (legalen) Drogen, Risikofreudigkeit, aber auch Technikbegeisterung sowie Lust, andere Lebensstile auszuprobieren.

Angesichts drängender globaler Probleme, insbesondere dem des Klimawandels, ist eine reflektierte Mobilitätswahl und –nutzung notwendiges Ziel. So kann das Kennen lernen und Entwerfen alternativer Lebensstile und Mobilitätsmöglichkeiten die einseitige Fokussierung auf das Auto beeinflussen.

Ziel dieses Bausteins ist es, die Praxis des motorisierten Individualverkehrs zu hinterfragen und auch andere Mobilitätsarten in den zu diesem Zeitpunkt sehr „automobillastigen“ Blick der Schülerinnen und Schüler zu bringen. Dabei geht es einerseits um positive Einstellungen bezüglich alternativer Mobilitätsarten, aber auch um die Frage nach der Gestaltung und Nutzung von öffentlichem Raum, der derzeit häufig an der Bedürfnisstruktur des motorisierten Individualverkehrs ausgerichtet ist. In Bezug auf das Automobil geht es in diesem Baustein um die Fähigkeit zu verantwortungsvollem, sicherem und vorausschauendem Fahren, wobei das „Begleitete Fahren mit 17“ ein wesentlicher Beitrag zur Senkung des Fahranfängerrisikos sein kann.

Angestrebte Kompetenzen:

  • Fähigkeit und Bereitschaft zur Verkehrsmittelwahl und Verkehrsverhalten unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte)
  • Befähigung zum vorausschauenden, sicheren, partnerschaftlichen Bewegen im Verkehr
  • Fähigkeit zur Empathie gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern (Ansprüche von verschiedenen Verkehrsteilnehmern sowie Fähigkeit zur Empathie bei Unfallopfern und deren Angehörigen)
  • Fähigkeit zur Aneignung, Bewertung und Mitgestaltung des öffentlichen Raumes

Seminarfach, Politik, Deutsch, Berufsbezogene Fächer:

Schwerpunkte: Mensch –Technik– Umwelt

  • Fahrerassistenzsysteme
  • Sicherheitstechnik der Pkw; ihre Wirkung auf den Menschen
  • Verkehrsleitsysteme und ihr Beitrag zur Ressourcenschonung
  • Spritspartraining: Möglichkeiten ressourcenschonend und dennoch zügig zu fahren
  • Identität und Lebensstil: was bedeutet das Auto für mich? Alternativen?
  • Der ökologische Rucksack verschiedener Mobilitätsarten
  • Alternative Antriebsarten (Hybrid, Gas, Biosprit ... )
  • Fahrrad – Technik (neue Fahrräder, Techniken, Designs, die begeistern)
  • Entwicklung und Bau eines fahrbaren Untersatzes

Seminarfach, Politik, Deutsch, Werte und Normen, Kunst:

Schwerpunkte: Straßenverkehr als soziales System

  • Begleitetes Fahren mit 17 - Chance oder Risiko?
  • Mein Traumauto - Reflexion eigener Ideale
  • Sozialverhalten-Kommunikation im Verkehr
  • Die Christophoruslegende - ich trage Verantwortung für andere
  • Unfall und seine Folgen. Gedenkseiten für Unfallopfer im Internet
  • Aggressiv - ist es der andere wirklich? Oder ist es nur ein Missverständnis?
  • Nie Zeit! Immer zu schnell? Ökologie der Zeit - Zeit zur Entschleunigung
  • Dilemmaspiel -Durchspielen von Konfliktsituationen
  • Kennen lernen alternativer Stadtplanungen („Fahrradstädte", Stadt ohne Verkehrsschilder, autofreies Wohnen, kostenlose Teilnahme am ÖPNV...)
  • Zur Bedeutung des öffentlichen Raums: z.B. „Reclaim the streets“ und „Tanzguerilla“ als Formen der „Rückeroberung“ öffentlichen Raumes
  • Inter- und intragenerationale Gerechtigkeit: Untersuchung von Mobilität im Nord-Süd-Vergleich
  • Urbane Ballungsräume und Mobilität (Entwicklung verschiedener Szenarien)
  • Gründung einer Schülerfirma, z.B. Fahrradverleih/Fahrradwerkstatt oder Reisebüro für Schulausflüge unter nachhaltigen Gesichtspunkten
  • Entwicklung gesellschaftlicher Verkehrsmittelnutzungsszenarien unter Verwendung des Nachhaltigkeitsvierecks

Seminarfach, Politik, Deutsch, Werte und Normen:

Schwerpunkte: Regeln und Normen

  • Verkehrsüberwachung - notwendig für das Miteinander?
  • Weshalb bremsen? Ich hab doch Vorfahrt! Müssen Regeln immer eingehalten werden?
  • Verkehrsbeobachtungen
  • Don’t Drug and Drive: Drogen und Alkohol
  • Tempo 120 auf deutschen Autobahnen? Was sind die Folgen für die Umwelt und den Verkehr?
  • Alternative Regelung von Mobilität (z.B. Shared Space – Mondermann)

Seminarfach, Politik, Deutsch, Erdkunde:

Schwerpunkte: Kosten der Mobilität

  • Vergleich und Beurteilung der verschiedenen Verkehrssysteme (der ökologische Rucksack oder Fußabdruck)
  • Alternative Mobilitätsformen, z.B. Car Sharing im Raum Hannover, Mitfahrerbörsen, Intermodale Verkehrsangebote, Integrierte Verkehrsangebote
  • Beurteilung der Verkehrsmittelwal unter Kostengesichtspunkten: Umwelt (Fläche, Luft, Boden), Gesundheit (z.B. Feinstaub)
  • Unfallfolgen
  • Motorisierter Individualverkehr und die Bedeutung für den Klimawandel

Materialien zum Thema

Führerschein im Kopf (209 KB)

Führerschein im Kopf (61 KB)

 

Leitfaden

Hier finden Sie die entsprechenden Materialien zu den Projekten der Landesverkehrswacht Niedersachsen.

Icon Aktion Junge Fahrer

Icon Sicherheitstraining

Icon Personale Kommunikation 1

Icon Christophorus - Seminare

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V..
Landesverkehrswacht Niedersachsen