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Führerschein im Kopf
Intentionen/Relevanzbegründung
Klassen 7-8

In den vorangehenden Klassen waren die Schülerinnen und Schüler vorrangig mit der Orientierung in der neuen Schul- und Lebenssituation befasst. Nun gewinnt die Suche nach Entwicklung der eigenen Identität und individuellen Ausdrucksformen an Raum. Gewohnte soziale Systeme und Verhaltensweisen werden zugunsten einer Suche nach neuer Geborgenheit in Frage gestellt.

Ein Abgrenzen gegenüber tradierten Normen und gleichzeitiges Streben nach mehr Freiheit führt in Fragen des Führerscheins in eine widersprüchliche Situation: das Erlangen von mehr mobiler Freiheit ist nur durch Anerkennung von Regeln, Normen und Konformität möglich.

Bei beginnender Distanzierung vom Etablierten werden gleichzeitig Grundsteine für eine unreflektierte Integration des Etablierten (Führerscheins) gelegt. Der etablierte Führerschein als pragmatischer Schritt in die Freiheit. Nach dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel. Ein wirkliches "Infragestellen" findet diesbezüglich nicht statt.

Die zunehmende Bereitschaft Standards in Frage zu stellen sowie das Streben nach Individualität kann die Akzeptanz von Denkanstößen im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung erleichtern. Die unreflektierte Nutzung einer Fahrerlaubnis bzw. das unbedingte Streben danach kann durchaus auf den Prüfstand gestellt werden.

Es gilt geeignete Lernszenarien zu finden, die unterschiedliche Aspekte und Sichtweisen zu Erwerb und Nutzung des Führerscheins korrelierend zu den individuellen Lebenssituationen der Schülerinnen und Schüler entwickeln. Es soll eine Basis zum Aufbau einer reflektierten Nutzung unterschiedlicher Mobilitätssysteme geschaffen werden, so dass auch ein bewusster Verzicht auf den motorisierten Individualverkehr in den Erwägungshorizont der Schülerinnen und Schüler gelangt.

Angestrebte Kompetenzen

  • Entwicklung von Gestaltungskompetenz, die Schülerinnen und Schüler befähigt, zukunftsfähige Entscheidungen in Bezug auf Mobilität zu treffen
  • Befähigung zur bewegungs- und gesundheitsverträglichen Mobilität und damit zur reflektierten Mobilitätsmittelwahl
  • Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
  • Empathie und Solidarität entwickeln

Deutsch, GSW, NW:

Schwerpunkte: Nachhaltigkeitsmanagement/-audit: Bestandsaufnahme und Konzeptentwicklung für Mobilität in der eigenen Schule

  • Wahrnehmung und Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten (ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte)
  • Befragung, Dokumentation und Präsentation
  • Lösungsansätze und Umsetzung zur Optimierung

Erdkunde, GSW, Deutsch, AWT:

Schwerpunkte: Untersuchung von Mobilitätsmitteln für Schul- und Freizeitwege (Fuß/Fahrrad/ÖPNV, motorisierte Zweiräder, Auto)

  • Pro und contra: individuelle Verkehrsmittelnutzung
  • Ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Dimensionen (Ressourcen-verbrauch, Schadstoff- und Lärmmessung, Zugang zu Verkehrsmitteln, kulturelle Bedeutung von Verkehrsmitteln, usw.)
  • Entwicklung individueller Verkehrsmittel-Nutzungsszenarien unter Verwendung des Nachhaltigkeitsvierecks

Biologie, Chemie, Physik, GSW:

Schwerpunkte: Mobilitätsverhalten: Risiken

  • Wirkung von Geschwindigkeit
  • Wirkung und Folgen von Drogen und Medikamenten
  • Rechtliche Konsequenzen
  • Soziale Konsequenzen

Erdkunde, Deutsch, Englisch:

Schwerpunkte: Nationale und internationale Mobilitätsszenarien

  • Urbane Ballungsräume
  • Ausgesuchte Kulturen
  • Best-Practice-Beispiele

 

Materialien zum Thema

Führerschein im Kopf (209 KB)

Führerschein im Kopf (61 KB)