Integratives Konzept zur Senkung der Unfallrate junger Kraftfahrer
Programm "Kooperation Schule-Fahrschule"
Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren sind am Steuer eines Autos, zum Teil auch als Mitfahrerin und Mitfahrerfahrer, besonders häufig an Unfällen beteiligt, - oft mit tödlichem Ausgang. Fehlende Erfahrungen, Selbstüberschätzung und übertriebene Risikobereitschaft sind dafür meist die Ursache.
Junge Menschen stellen also eine Risikogruppe dar, auf die mit spezifisch-präventiven Maßnahmen reagiert werde muss. Zur Vermittlung einer umfassenden, auf die Änderung von Einstellungen und Verhalten zielenden Ausbildung beschreitet die niedersächsische Landesregierung gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, dem Nds. Landesinstitut für Schulentwicklung und Bildung (NLI), dem Bildungsinstitut der Polizei Niedersachsen und der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. daher einen neuen Weg: In einem bundesweit einzigartigen Programm wird die Fahrschulausbildung mit der Mobilitäts- (Verkehrs-) erziehung in der Schule verknüpft.
Mit Hilfe dieses Projekts wollen wir die Unfallzahlen junger Fahranfängerinnen und Fahranfänger senken und damit einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrs-sicherheit in Niedersachsen leisten.
Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Schulformen, die ca. 17 ½ Jahre alt sind, werden mit modernen Unterrichtsmethoden als geschlossene Gruppe sowohl in einer schulischen Arbeitsgemeinschaft als auch in der geschlossenen Gruppe in der Fahrschule in einer zeit- und inhaltlich auf einander abgestimmten Ausbildung auf die Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr vorbereitet. Es geht um die Vermittlung eines Bewußtseins von Mobilität, das sicherheitsbewusstes, sozial- und umweltbezogenes Verkehrsverhalten einbezieht.
Für die inhaltliche Gestaltung der Arbeitsgemeinschaft an der Schule wird folgender Programmrahmen vorgegeben:
- Straßenverkehr als soziales System
- Regeln und Normen
- Verkehr und Umwelt
- Öffentlicher Verkehr
- Auto als Verkehrsmittel
Die Gruppen setzen sich intensiv mit dem Phänomen "Verkehr"; auseinander. Auch Erfahrungen, Erlebnisse und Ängste der Teilnehmer können hier thematisiert und verarbeitet werden. Auf motivierende Weise wird so eine neue Form der Vorbereitung auf den Erwerb der Fahrerlaubnis praktiziert, die den jungen Leuten eine größere Hilfestellung und Orientierung bietet. Zu vielen Themen können außerschulische Lernorte aufgesucht werden (z.B. Autoreparaturwerkstätten, Polizei, Feuerwehr, Suchtberatungsstellen, Verkehrsverbände, Rettungsleitstellen). Die Schule hat ferner die Möglichkeit, "Externe" in den Unterricht einzubinden wie Richter, Fach- und Unfallärzte, Verkehrsplaner, Verkehrssicherheitsexperten, Umweltbeauftragte.
Das Projekt "Kooperation Schule - Fahrschule" ist im Gesamtzusammenhang des Curriculums "Mobilität" zu sehen.
Der Pilotcharakter des Projekts wird derzeit an ausgewählten Schulen in Niedersachsen erprobt und durch Prof. Dr. Stiensmeier-Pelster von der Universität Gießen im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen wissenschaftlich begleitet.
Haben Sie Interesse an dem Programm, wollen Sie auch an Ihrer Schule eine Führerschein-AG? Schicken Sie uns eine E-Mail oder fordern Sie per Online-Formular nähere Informationen an.



