Verbrauchen und verbraucht werden
Didaktische Perspektive
Mobilitätsbedingter Ressourcenverbrauch mit allen Folgeerscheinungen beeinträchtigt Gegenwart und Zukunft von Mensch und Umwelt. Im Unterricht soll es nicht nur um die unspezifische Problematisierung des Gebrauchs und Verbrauchs von Energie gehen, sondern auch um die Ressourcen Boden, Luft, Wasser, Raum und Rohstoffe.
Die Schülerinnen und Schüler müssen sich bewusst werden, dass sie sich in einer Doppelrolle befinden: Sie sind Verbraucher und zugleich Objekt im Verbrauchsprozess. Aus dieser Erkenntnis resultiert die Forderung eines nachhaltigen Umgangs mit grundlegenden Ressourcen aller Lebewesen. Das gilt für deren gerechte Verteilung heute und Verfügbarkeit für zukünftige Generationen.
Unreflektierte Ressourcennutzung und sorgloser -verbrauch führen zu Konflikten in und zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Lebensbereichen. Die Schülerinnen und Schüler wachsen in eine von Konsum geprägte Mitwelt hinein. Diese Lebenserfahrungen suggerieren einen unendlichen Vorrat an Gütern. Werbung befördert die Haltung, mehr zu konsumieren und dieses Mehr als Gewinn an Lebensqualität zu verstehen.
Daraus ergeben sich unterrichtliche Problemstellungen, zu denen Lösungsvorschläge nach dem Leitbild der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung anzustreben sind. Mit dem Erwerb von Teilkompetenzen qualifizieren sich Schülerinnen und Schüler im Sinne der Gestaltungskompetenz[1] für entsprechende Lösungsvorschläge.
Zielsetzung des Bausteins ist es, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, kritische Bestandsaufnahmen der Ressourcennutzung vorzunehmen, sich ihrer Doppelrolle in diesem Prozess bewusst zu werden und daraus Konsequenzen für das eigene Verhalten zu ziehen. Diese Konsequenzen dürfen sich nicht nur auf individuelle Sichtweisen beschränken. Sie müssen vielmehr erkennen lassen, dass in den eigenen Standpunkten auch eine Parteinahme[2] zum Ausdruck kommt, die die existentielle Bedeutung des Umgangs mit Ressourcen für künftige Lebenswelten in den Mittelpunkt stellt.
Damit erkennen die Schülerinnen und Schüler an, dass sie eine soziale Verantwortung tragen und aufgefordert sind, individuelle und gesellschaftliche Strategien für die Zukunft zu entwerfen. Das können Handlungsmöglichkeiten sein, die zum Beispiel auf veränderte Lebensstile, einen gesellschaftlichen Wertewandel oder an Nachhaltigkeit orientierte Technologien ausgerichtet sind.
[1] s. BLK-Programm Transfer 21, Koordinierungsstelle, FU Berlin, de Haan, Gerhard, Orientierungshilfe Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Sekundarstufe I, Anhang
[2] ebenda
Übersicht der Schwerpunkte:
Klasse 1 - 4
- Kinder und Konsum
- Besitz und Status – Lebensstile
- Eingriffe des Menschen in ökologische Systeme
Klasse 5 - 6
- Mobilität und Verkehr in Deutschland
- Untersuchung und Bewertung regionaler Lebensräume
- Natur: Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch
Klasse 7 - 8
- Produktion / Konsum und Verantwortung
- Werbung weckt Bedürfnisse
Klasse 9 - 10
- Werte auf dem Prüfstand
- Mobilität und Lebensräume
Klasse 11/BBS
- Demografie und Ressourcen
- Verbrauch der Zukunft
Materialien zum Thema
Verbrauchen und verbraucht werden (164 KB)

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