Verbrauchen und verbraucht werden Relevanzbegründung/Intentionen Klassen 5-6
Die Schülerinnen und Schüler wachsen in eine von Konsum gekennzeichnete Mitwelt hinein. Konsum in seinen unreflektierten Erscheinungsformen zieht zwangsläufig Ressourcenverschwendung nach sich.
In der Kindheit werden die Verhaltensweisen der Erwachsenen aufgrund des Wunsches „groß“ zu sein unbewusst imitiert. Dieses Verhalten geht über in das Verlangen, sich von den Erwachsenen abzugrenzen, wobei deren Konsumverhalten bereits unreflektiert internalisiert ist. Den Heranwachsenden ist es wichtig, die Konsumwelt der Gleichaltrigen zu teilen und Trends mitzugehen.
Die Wahrnehmung verbrauchsbedingter sozialer und ökologischer Schäden und das Schrumpfen der Ressourcen werden nicht im Kontext individuellen Verhaltens gesehen – die in den Medien beobachtbaren Folgen stehen für die Schülerinnen und Schüler in keinem kausalen Zusammenhang zum eigenen Verhalten und dem subjektiven Lebensentwurf.
Das kindliche Leben und Erleben spiegelt den gesamtgesellschaftlichen Trend wider, das Leben vorrangig genussorientiert zu gestalten. Dies gilt besonders für das individuelle Mobilitätsverhalten. Das hierdurch beförderte Verbrauchsverhalten stellt einen lukrativen Wirtschaftsfaktor der Industrienationen dar. Daran ändert weder ein Bericht über das Ozonloch noch der Hinweis auf den Hunger in Afrika etwas. Die gerechte Güterverteilung und Alimentierung aller Menschen ist eine humanistisch ausgerichtete Vision. Sie scheitert an der unmäßig verbrauchsbezogenen Lebensorientierung von Minderheiten.
Zukunftsfähiger Unterricht muss unter den genannten Perspektiven besonders die Gestaltungskompetenzen in den Blick nehmen, um der verengten konsumorientierten Haltung zu entrinnen. Ressourcengerechtigkeit lässt sich global (intra- und intergenerationell) nur als Handlungsmuster herstellen, wenn individuell die Bereitschaft und Fähigkeit besteht, Empathie und Mitgefühl zu leben und die Folgen eigener Aktivitäten zu antizipieren.
Angestrebte Kompetenzen:
- Die Schülerinnen und Schüler betrachten die Nutzung endlicher Ressourcen kritisch, diskutieren und bewerten die Problematik unter den Perspektiven einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
- Sie beginnen subjektive Lebenspläne zu entwerfen, die den eigenen Körper, die Emotionen, die Psyche und den Geist unter nachhaltigen Aspekten in den Blick nehmen (Mensch als Ressource/Raubbau am eigenen Körper)
- Die Schülerinnen und Schüler diskutieren subjektive Verantwortungsbereiche und entwickeln nachhaltige Lösungsansätze
Erdkunde, Biologie, Werte und Normen, Chemie, Physik:
Schwerpunkte: Untersuchung und Bewertung regionaler Lebensräume
- Nutzungskonflikte:
- durch Tourismus, Freizeitverhalten, Gewerbe/Betriebe u. a.
- Leben in der Stadt und auf dem Lande
- Qualitätsuntersuchungen:
- Wasser / Luft
- Verbrennungsprozesse als Belastung für die Umwelt
Schwerpunkte: Mobilität und Verkehr in Deutschland
- Reisen unter ökonomischer und ökologischer Perspektive
- Transportwege von Konsumgütern
Schwerpunkte: Natur: Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch
- Eigener Körper
- Bewegung und Ernährung
- Sucht, Abhängigkeiten und Konflikte
- Anpassung von Lebewesen an extreme Lebensräume
- Ökologisches Gleichgewicht
- Eingriffe des Menschen

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